dt./engl. Aufruf zur Kundgebung am Mittwoch, 04.03. um 21.00 Uhr gegen Abschiebungen ERFURT STAUFFENBERGALLEE 25

Flyer download – englisch
Flyer download – deutsch
Liebe solidarische Menschen,
Bereits am Montag, dem 23.02.2015, konnte die Abschiebung der Familie C. durch den Protest vieler Menschen verhindert werden. Nun hat die Ausländerbehörde einen erneuten Abschiebebescheid für den 4.03.2015 zugestellt. Dagegen rufen wir am 04.03.2015 ab 21.00 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Lager in der Stauffenbergallee 25 in Erfurt auf.
Schon bevor der offizielle Winterabschiebestopp Ende März ausläuft, werden Menschen gewaltsam von den Thüringer Behörden außer Landes gebracht. Diese Gewalt beginnt bereits mit dem Asylverfahren aufgrund der ständigen Angst, abgeschoben zu werden und endet letztlich bei der Deportation durch die Polizei.
In diesem konkreten Fall wird die Abschiebung aufgrund der Dublin III Verordnung durchgesetzt. Diese besagt, dass Menschen sich das Land, in dem sie Asyl beantragen, nicht auswählen dürfen. Das erste europäische Land, auf welches sie ihren Fuß setzen, ist automatisch auch für sie zuständig. Deutschland kann so in vielen Fällen seine Verantwortung für Geflüchtete auf umliegende Länder abwälzen. Erst wenn die Person sich mindestens 6 Monaten in Deutschland aufhält, muss der Asylantrag hier geprüft werden. Bei Familie C. endet diese Frist am 05.03.2015. Bis dahin besteht jederzeit die Gefahr einer Abschiebung in das zuständige EU – Land Tschechien.
Kommt also zahlreich am 04.03.2015 um 21.00 Uhr zur Stauffenbergallee 25 und lasst uns gemeinsam zeigen, was wir von dieser Abschiebepraxis halten.
Denkt daran, dass solch ein Abschiebeversuch längere Zeit dauern kann. Bereitet euch also auf eine lange Nacht vor.
Mit solidarischen Grüßen,
der Freundeskreis der Familie C.
Kontakte:
für allg. Informationen, am Mittwoch auch vor Ort:
0176.62797337
zur Koordination von Presseanfragen:
0176.39647472
Ermittlungsausschuss, ab Mittwoch, 18:00Uhr:
0177.1963703
Email:
memedovichsbleiben@posteo.de
Website:
https://breakdeportation.noblogs.org
* * * * * * * *

Appeal for manifestation at the 04.03. at 9 pm against deportation in Erfurt

Dear solidarian people,
On monday, the 23.02.2015, the deportation of family C. had been stopped by the protest of many people. Now the Ausländerbehörde Erfurt said, the deportation has to be done at the 04.03.2015. Against this we call you for coming at 9 pm to the Stauffenbergallee 25 in Erfurt.
Even before the official stop of deportations in winter in Thuringia ends in March, the asylum agency tries to take people out of Germany by force. This violent behavior starts in a psychological way by the omnipresent fear of being deported and finds its peak in deporting people by police forces.
The case of family C. is grounded on the Dublin III regulation by the EU. It says that asylum seeking people can’t choose where to hand in their asylum request – they have to do this in the first EU-country
which they enter. Germany uses this regulation to refuse its responsibility for refugees and leave it to other states around Germany. A human being has to be six months in Germany, before an asylum request
can be prooved here. This time limit ends for family C. at 05.03.2015. Till then there’s the all the time the danger to be deported to Czech Republic.
Take all your friends and come to Stauffenbergallee 25 in Erfurt at the 04.03.2015 at 9 pm and let us show together what we think about the german culture of fear and deportation.
Such an deportation can last a long time. So please be prepared for a long night.
With solidarian greetings
the friends of family C.
Contact list:
General information, on Wednesday on the spot:
0176.62797337
Press coordination:
0176.39647472
Campaign inquiry board (in case of e.g. police attacks),
working from Wednesday, 6 pm:
0177.1963703
Email:
memedovichsbleiben@posteo.de
Website:
https://breakdeportation.noblogs.org

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News: Memedovich bleiben – Alle bleiben!

NEWS:
Nachdem der Härtefallantrag bei der Thüringer Härtefallkommission erfolgreich gestellt wurde, liegt nun die Entscheidung wieder bei der Ausländerbehörde Erfurt. Diese wird jetzt entscheiden, ob sie der Familie einen befristeten Aufenthaltstitel gewährt oder weiter deren Ausreise bzw. Abschiebung vorantreibt.
Die Petition für ein Bleiberecht ist direkt an die Ausländerbehörde, z.H. Frau Tränkler adressiert:
https://www.openpetition.de/petition/online/reissen-sie-familie-memedovich-nicht-auseinander-dauerhaftes-bleiberecht-fuer-die-ganze-familie
Ausländerbehörde Erfurt
Frau Tränkler
Bürgermeister-Wagner-Straße 1
99084 Erfurt
Tel.: 0361 655-5444
Fax: 0361 655-7609
E-Mail: Auslaenderbehoerde@Erfurt.de

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Anti deportation action in Erfurt

Kanha C. informed by letter about her deport date and time at 22.02.2015, 22:00. Information comes further to other refugees and activists and this action organized spontanously.
As long as deportation is still functionable for state and being cultural perform, believing in safetyness is unavailable. Refugees are the direct affected by wars, sanctions, occupations, corruption and romantic terrorism of Europe and specially Germany. Refugees are touching the fear and inscurity in deep dark side of cities and towns. The lively life of Refugees is treated and judged by paragraphs packed in letters from masked offices to be wasted.
How much this awful image is possible to be realized by society?
How much this craped picture can projected by mass media?
How much this presented welcome culture is real?

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Kinder geben Anstoß für erfolgreiche Blockade gegen Abschiebung in Erfurt

Foto: Infoladen Sabotnik
Nachdem ein Kind ihren Eltern, die in der Initiative Roma Thüringen aktiv sind, von der Abschiebung einer Schulfreundin erzählt hat, organisierten sich spontan Menschen, um Widerstand zu leisten. Ca. 150 Menschen fanden sich daraufhin am Montag, den 23.02.2015, gegen 21.00 Uhr vor dem Lager in der Stauffenbergallee 25 ein, um die Abschiebung der Familie C. zu verhindern.
Die Abschiebung wurde abgebrochen, nachdem der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Ziegler gegen 22:30 Uhr erklärte, seine Beamten würden heute keine Abschiebung durchsetzen. Die Aktion war ein deutliches Signal, dass Menschen in Erfurt zusammenhalten und zusammen leben wollen. Von den Balkonen aus konnten Geflüchtete seit langer Zeit eine Menschenansammlung beobachten, die nicht sich nicht in feindlicher Absicht zusammengefunden hatte. Dafür gab es Tee, Applaus und lächelnde Gesichter für die Menge vor dem Haus. Viele Geflüchtete solidarisierten sich und nahmen an der Blockade teil. Schon letze Woche Dienstag, den 10.02.2015, fand eine Kundgebung der Kampagne „Memedovich bleiben – Alle Bleiben!“ vor der Ausländerbehörde in Erfurt statt, die sich klar für ein Bleiberecht aller ausgesprochen hatte.
Familie C. war 2014 aus Kambodscha bis nach Deutschland geflohen. Die dreiköpfige Familie sollte nach Tschechien abgeschoben werden, wo sie zum ersten Mal das Gebiet der Europäischen Union betreten hatte. Grund dafür ist die Dublin-III Verordnung, die vorsieht, dass Geflüchtete dort ein Asylverfahren zu durchlaufen haben, wo sie zum ersten Mal EU-Territorium betreten haben. Unmittelbar vor der angekündigten Abschiebung nach Tschechien äußerte die Mutter der Kinder ihrem Freundeskreis in Erfurt, warum sie nicht nach Tschechien könne: „Ich habe Angst, dass meine Kinder in Tschechien nicht zur Schule gehen können.“ Tatsächlich ist über die Bedingungen für Asylsuchende im östlichen Nachbarland wenig bekannt. Die zunehmende Überlastung in den EU-Grenzstaaten, wie in Italien, Griechenland oder Bulgarien lässt keinen Raum für Zuversicht. „Ich weiß nicht, ob wir genug zum Leben haben, wenn wir dort leben müssen“, so Kanha C. weiter. „Ich möchte, dass meine Kinder hier zur Schule gehen können und ich möche selbst die deutsche Sprache lernen und hier Arbeit finden.“
„Die mit der Dublin-III Verordnung verlagerte Verantwortung für Schutzsuchende in die EU-Grenzstaaten bedeutet zunehmend katastrophale Bedingungen, wie Obdachlosigkeit und Armut, von denen ganze Familien mit kleinen Kindern betroffen sind“, erläutert Alexandra Hoffmann des Freundeskreises der Familie K. aus Erfurt.
Die neue Thüringer Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag eine Prüfung der Abschiebepraxis vereinbart. In der Öffentlichkeit haben sie sich mit dem in Thüringen offiziell erlassenen Winterabschiebestopp ein menschenfreundliches Image zugelegt. Gleichzeitig finden aber weiter Abschiebungen statt. „Der Winterabschiebestopp ist an sich schon nur eine temporäre Einrichtung und ab April kann offiziell wieder abgeschoben werden. Aber selbst jetzt werden Asylsuchende von der Polizei abgeholt und weggeschafft, nur weil es amtsdeutsch Überstellung genannt wird. Abschiebungen sind immer ein gewaltsamer Eingriff in das Leben von Menschen und mit einem selbstbestimmten Leben nicht vereinbar“, beklagt Alexandra Hoffmann.
Presseberichte:
Radio F.R.E.I., 25.02.2015
Thüringer Allgemeine Zeitung, 25.02.2015
MDR.de, 24.02.2015
Thüringer Allgemeine online, 24.02.2015
Infoladen Sabotnik, 24.02.2015
Außerdem:
Bericht bei der Kampagne „Wir treten ein!“ von Pro Asyl
Video des Medienkollektivs CrossPoint bei youtube.com

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Presse und Bilder von der Kundgebung am 10.02.2015: Memedovich bleiben! Alle bleiben!

Medien links:

Memedovich bleiben! Alle bleiben!
Weitere Bilder von der Kundgebung.

Ein ständig aktualisierter Pressespiegel zur Kampagne ist unter „Presse“ zu finden.
Thüringer Allgemeine – Artikel vom 11.02.2015:
Thüringer Allgemeine vom 11.02.2015 zu Memedovich bleiben - Alle bleiben!
Salve TV: Regio-News vom 10.02.2015 ab Minute 3.11
Download Einzelbeitrag: Salve TV: Regio News vom 10.02.2015 – www.salve-tv.net
Author/s: Tilman Hochreither
Radio: Radio F.r.e.i. Erfurt
Production Date: 12.02.2015
Lokalinfo – Kundgebung gegen Abschiebung Familie Memedovich kämpft für Bleiberecht.

Author/s: luca und miche
Radio: RDL, Freiburg im www
Production Date: 10.02.2015
„Memedovichs bleiben! Alle bleiben!“ Djengjis berichtet aus Erfurt

Author/s: TA Radio Corax
Radio: corax, Halle im www
Production Date: 05.02.2015
ATIFA Nachrichten

Befreundete Gruppe – The Voice Forum Jena
Befreundete Gruppe – Alle bleiben!
Befreundete Organisation – Roma Center Göttingen

Information zu Roma Thüringen!
Mit freundlichen grüßen,
Familie Memedovich und Freund_innen

Kontakt zur Koordination von Presseanfragen:
Alexandra Hoffmann (0176/39647472)
E-Mail: memedovichsbleiben@posteo.de
Weiter Informationen werden folgen.

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PM: Kampagnenstart 10.02.2015 „Memedovich bleiben – Alle bleiben!“

Am 10.02.2015 fand eine bunte und lautstarke Kundgebung unter dem Motto „Memedovich bleiben – Alle bleiben!“ vor der Erfurter Ausländerbehörde statt.
Forderungen nach dem sofortigen Stopp aller Abschiebungen von Roma und anderen Geflüchteten wurden laut, egal ob Winter oder Sommer.
Etwa 100 Menschen sammelten sich in der Bürgermeister-Wagner-Straße, um ihren Protest gegen die nach dem Winterabschiebestopp drohenden Abschiebung der Familie Memedovich kundzutun. Die Gefahr für diese Familie steht dabei beispielhaft für das Schicksal vieler Roma Familien aus den angeblich sicheren Drittstaaten des Balkans.
Djengjis Memedovich, seine Mutter Suzana und eine Roma Frauen Aktivistin aus Serbien konnten auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen. Suzana äußerte: „Ich habe keine Angst, ich werde kämpfen! Alle Roma sollen hier bleiben und alle anderen Flüchtlinge auch.“ Auch Djengjis betont, dass es nicht nur um das Bleiberecht von Roma geht, sondern das aller Flüchtlinge: „Alle Abschiebungen sofort stoppen und nicht nur im Winter“. Ebenfalls kamen andere Sprecher_innen, beispielhaft ein Vertreter vom The Voice Refugee Forum aus Jena, zu Wort.
Des Weiteren wurden Unterschriften für die Petitition gegen die Abschiebung der Familie Memedovich gesammelt. Informationsmaterial wurde an Passant_innen und Besucher_innen des Bürgeramtes verteilt. Eine lange Menschenreihe wurde gebildet, wo jeder und jede einen Buchstaben hochhalten konnte, die zusammen das Motto der Kampagne ergaben. Am Ende wurden Heliumluftballons mit individuellen Botschaften fliegen gelassen.
Zum Schluss sollte der für die Familie zuständigen Mitarbeiterin der Ausländerbehörde Informationsmaterial zur Situation der Familie sowie die Petition zum Unterschreiben gegeben werden. Sie wehrte jedoch ab und begründete das damit, dass sie außerhalb fester Terminabsprachen keine Gespräche führe. Immerhin konnte Djengjis M. ein zeitnahes Treffen vereinbaren.
Infos unter: https://breakdeportation.noblogs.org
Kontakt zur Koordination von Presseanfragen: Alexandra Hoffmann
(0176/39647472)
Petition unter:
https://www.openpetition.de/petition/online/reissen-sie-familie-memedovich-nicht-auseinander-dauerhaftes-bleiberecht-fuer-die-ganze-familie

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Pressemitteilungen: Memedovich bleiben – Alle bleiben! Vor der Kundgebung am 10. 2. 2015

Betreff: Abschiebung droht Familie auseinander zu reißen
Familie kündigt Protest gegen Abschiebung an.
Aktionsbündnis „Memedovichs bleiben – Alle bleiben!“ kritisiert: Junges Mädchen wird mit pflegebedürftigen Großeltern allein gelassen.

Pressemitteilungen: Memedovich bleiben – Alle bleiben! Vor der Kundgebung am 10. 2. 2015.
Trotz schwerwiegender Fluchtgründe hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Asylanträge der 2012 aus Stip in Mazedonien geflüchteten Familie Memedovich abgelehnt. Nun droht mehreren Familienmitgliedern eine Abschiebung. Daraufhin initiierten Djengjis und Söhret Memedovich, sowie einige FreundInnen der Familie die Kampagne „Memedovichs bleiben – alle bleiben!“. Das Bündnis kündigte an, mit vielfältigen Aktionen für ein Bleiberecht für die achtköpfige Roma-Familie zu kämpfen.
Am 10.02. wird vor der Ausländerbehörde Erfurt (Bürgermeister-Wagner-Straße 1) von 14.00 – 16.00 Uhr eine lautstarke Kundgebung stattfinden. Familienmitglieder werden über ihre Situation informieren und Unterschriften für eine Petition sammeln. Auch die Thüringer Härtefallkommission ist über den Fall informiert. Für die folgenden Wochen ist weiterer kreativer Protest geplant. Alexandra Hoffmann von der Kampagne „Memedovichs bleiben – alle bleiben!“ sagt: „Die zu erwartende Abschiebung von Djengjis und Söhret Memedovich und ihren drei Kindern bedeutet, dass sie von Djengjis‘ schwerkranken Eltern und seiner Nichte getrennt werden. Die verwaiste Nichte, die Djengjis und Söhret liebevoll in ihre Familie aufgenommen haben, wird mit ihren pflegebedürftigen Großelten allein bleiben. Das ist unmenschlich.“
Vor zwei Jahren ist Familie Memedovich aus Mazedonien geflohen, weil sie als Roma dort massiv diskriminiert werden. Ihnen wurden aus rassistischen Gründen Arbeit, Bildung und ausreichende medizinische Versorgung verwehrt. So wurde beispielsweise Djengjis‘ Mutter Suzana trotz schwerer Krankheit eine lebensnotwendige Behandlung verweigert.
Söhret Memedovich berichtet: „Zum Beispiel hatte ich in der mazedonischen Schule keine einzige Freundin und keinen einzigen Freund, weil niemand etwas mit mir zu tun haben wollte“. Ihr Ehemann ergänzt: „Ich will nicht, dass meine Nichte und meine Kinder das gleiche Schicksal erleiden. Deswegen bin ich hierher gekommen. Ich möchte hier arbeiten und weiter hier leben.“ Djengjis und Söhret Memedovich versorgen jedoch nicht nur die schwer erkrankten Eltern und die Nichte, sondern setzen sich in der verbleibenden Freizeit immer wieder persönlich und öffentlich, engagiert und politisch für die Belange der Roma Community ein. Zudem haben sie in der Gedenkstätte Buchenwald die Auseinandersetzung mit der Vernichtungsgeschichte der Roma im NS vorangetrieben sowie aktuelle Bezüge hergestellt.
Die nun drohende Abschiebung gefährdet auch die Gesundheit und das Leben der Eltern Djengjis Memedovichs, die aufgrund ihrer schweren Krankheit auf die Pflege ihres Sohnes und ihrer Schwiegertochter angewiesen sind. Großmutter Suzana erklärt: „Der Druck, der auf mich und meine Familie ausgeübt wird, ist lebensgefährlich. Mein Mann konnte wegen des Stresses und aus Angst vor der Polizei eine Woche nicht schlafen und hat einen Herzinfarkt bekommen, an dem er fast gestorben wäre. Wenn die Polizei bei uns in der Familie auftaucht, um uns abzuschieben, besteht Lebensgefahr!“
Die Mitglieder der Kampagne sind sich einig: „Für uns ist es besonders beschämend, dass in öffentlichen Diskussionen noch immer rassistisch gegen Roma gehetzt wird und sie vertrieben werden. Der deutsche Staat kommt seiner historischen Verantwortung gegenüber Roma nicht nach. Familie Memedovich und allen nach Deutschland geflüchteten Roma muss ein Bleiberecht gewährt werden!“
Für Rückfragen und Interviews steht ihnen Djengjis Memedovich zur Verfügung. Kontakt zur Koordination von Presseanfragen: Alexandra Hoffmann (0176/39647472)
Hintergrundinformation zu Familie Memedovich: https://breakdeportation.noblogs.org/memedovich/
Weiterführende Informationen finden sie online unter:
Europrat – Kommissar für Menschenrechte.
Ist Mazedonien ein „sichere Herkunftsstaat“.
Dr. Karin Waringo: Interview: Armut entsteht durch Ausgrenzung.

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Rally at the immigration office Erfurt: MEMEDOVICH STAY – ALL STAY! – Tuesday, 10.02.15 – 14 Hours


Rally at the immigration office Erfurt. Aufruf auf deutsch.

MEMEDOVICH STAY – ALL STAY!
http://thevoiceforum.org/node/3843

Flyer – German.


There is another deportation pending as a part of the Roma Families of Memedovich could be deported to Macedonia. We will not accept it! We do not take out the doubts that Memedovichs could to be taken out of their home, where the family may not be together and will be forced to go back to unacceptable circumstances. It is not acceptable that people are being deported quietly from the State and shall have no right to independent living. People must have the right to be able to choose where they live!
„Me Memedovich! – Calling for the Right to Stay for All“ A start – as part of the onging campaign in Thueringen to stop the deportation of the Roma!
Memedovich family and Friends call for a rally in front of the immigration office against the threats to deportation. Come to the rally on the 10th of February 2015 from 14.00 till 16.00 clock at the immigration authorities offfice in Erfurt (Mayor-Wagner-Straße 1).
Show your Solidarity and come in high numers!
We – the family Memedovich – belong together – and to Erfurt!


http://thevoiceforum.org/node/3843

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Kundgebung: MEMEDOVICH BLEIBEN – ALLE BLEIBEN! – Dienstag 10.2.15 – 14 Uhr – Ausländeramt Erfurt


Kundgebung:

MEMEDOVICH BLEIBEN –
ALLE BLEIBEN!


Zum Flyer-Download bitte hier klicken.


Eine weitere Abschiebung steht an. Ein Teil der Roma Famillie Memedovich soll nach Mazedonien abgeschoben werden. Das nehmen wir nicht hin! Wir nehmen es nicht hin, dass Memedovichs aus ihrem Zuhause gerissen werden sollen, als Familie nicht zusammen bleiben dürfen und gezwungen werden, zurück in unzumutbare Lebensumstände zu gehen. Es ist nicht akzeptabel, dass Menschen still und heimlich vom Staat deportiert werden und kein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben sollen. Menschen müssen das Recht haben, sich aussuchen zu dürfen, wo sie leben!
Als Start der Kampange „Memedovich bleiben – Alle bleiben!“ ruft Familie Memedovich und Freund_innen zu einer Kundgebung vor die Ausländerbehörde auf. Diese droht mit Abschiebung. Kommt zur Kundgebung am 10. Februar 2015 von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr an die Ausländerbehörde Erfurt (Bürgermeister-Wagner-Straße 1).

Solidarisiert euch und kommt zahlreich!


(v.i.s.d.p. Alexandra Hoffmannn Rudolstädterstraße 1, 99099 Erfurt.)

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MEMEDOVICH BLEIBEN – ALLE BLEIBEN!

Wir – die Familie Memedovich – gehören zusammen – und nach Erfurt!
Biz bütün Memedovich Ailesi olarak Erfurt`tayız!
Mi – porodica Memedović – treba da živemo zajedno i u Erfurtu!
Мы, семья Мемедович, должны остаться вместе и в Эрфурте!
We, the Memedovich familiy, belong together and to Erfurt!
Que la famille Memedovich reste unie et à Erfurt!
Familie Memedovics (Nicht auf dem Bild:Dilek und Ali Memedovich). © Memedovich
Familie Memedovics (Nicht auf dem Bild:Dilek und Ali Memedovich). ©
Memedovich

Wir – die Familie Memedovich – gehören zusammen – und nach Erfurt!
Der folgende Text ist ein Statement der Familie Memedovich aus Erfurt, die seit zwei Jahren in Erfurt lebt und seither für ein Bleiberecht ihrer gesamten Familie kämpft. Gleichzeitig sind sie aber auch ein aktiver Teil der Gruppe Roma Thüringen, die für ein Bleiberecht aller Roma und anderer Geflüchteter eintritt.
Djengjis Memedovich, seine Frau Söhret und zwei ihrer drei Kinder sind 2012 aus Mazedonien nach Deutschland geflohen. Sie sind gemeinsam mit den Eltern von Djengjis und seiner verwaisten Nichte nach Deutschland gekommen, um ein besseres, gerechteres Leben zu führen, weil sie als Roma in Mazedonien stark diskriminiert werden. Alle zusammen bilden ein stabiles Familiensystem, welches schon immer zusammen gelebt hat. Dazu gehört Djengjis‘ Mutter Suzana Memedovich, sein Vater Ali Memedovich, sowie die 12-jährige Tochter seiner Schwester. Ali Memedovich ist der Vormund seiner Enkelin, da deren Mutter im Jahr 2006 während eines Krankenhausaufenthalts in Mazedonien verstorben ist. Der Vater hat die Familie schon vor langer Zeit verlassen. Im Dezember 2013 kam der jüngste Sohn von Djengjis und Söhret in Erfurt zur Welt.
Trotz schwerwiegender Fluchtgründe wurden die Asylanträge aller Familienmitglieder als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt. Zumindest ein humanitäres Aufenhaltsrecht für alle Familienmitglieder zu erkämpfen, ist das Ziel der Familie, da sie nach dem Asylverfahrensgesetz als zwei getrennte Familien behandelt werden.
„Wir sind hier, weil wir weltweit ausgegrenzt werden und wir sind auf unseren Familienzusammenhalt angewiesen. (…) Mein Mann und ich sind schwer krank. Meine 12 Jahre alte Enkelin lebt bei uns, da sie keine Eltern mehr hat. Mein Sohn Djengjis und seine Frau Söhret leben auch bei uns im Haus, wir brauchen sie im Alltag, wir gehören als Familie zusammen. Dass uns, unserer Enkeltocher und meinem Sohn, seiner Frau und den Kindern mit der Polizei gedroht wird, muss aufhören!“ (Suzana M.)
Suzana M. ist seit einer Krebserkrankung, die im Jahr 2010 nach einer erheblichen Barzahlung in Mazedonien behandelt wurde, gesundheitlich schwer eingeschränkt, da der Heilungsprozess mit Komplikationen verlief. Gründe sind die schlechten hygienischen Bedingungen bei der stationären Nachsorge der Operation in Mazedonien. Wegen der langwierigen, komplizierten Heilung entstand ein Durchbruch des Dickdarms aus der Bauchdecke, welche die Ärzt_innen in Mazedonien nicht behandeln wollten.
Suzana M. ist derzeit nach Einschätzung mehrerer Ärzt_innen nach wie vor erheblich geschwächt und in „reduziertem Gesundheitszustand“. Der schmerzhafte Durchbruch wurde nach einem mehr als ein Jahr dauernden Kampf zwischen Ärzt_innen, Unterstützer_innen und Anwältin auf der einen und Behörden auf der anderen Seite im April 2014 operiert. In der langen Wartezeit hat sich der Gesundheitszustand weiter verschlechtert. Suzana M. klagt über anhaltende starke Schmerzen infolge von Durchblutungsstörungen in den Beinen, die mehrere Operationen notwendig gemacht haben. Djengjis und Söhret M. pflegen die Mutter nach wie vor, die derzeit nur wenige Meter laufen kann und versorgen die Nichte mit. Suzana M. war trotzdem über die ganze Zeit als Dolmetscherin für die gesamte Familie und weitere Asylsuchende in Erfurt bei Ärzt_innen und Behörden ehrenamtlich tätig, da sie durch einen früheren längeren Aufenthalt in Deutschland fließend deutsch spricht.
„Die Ausländerbehörde, die Polizei, die Politik, die Gerichte und insbesondere das Bundesamt sollten sich schämen. Sie setzen sich in der Öffentlichkeit eine Maske auf, sie lügen und erklären Deutschland zu einem Land, welches andere Menschen willkommen heißt. Aber in Wirklichkeit helfen sie alle zusammen dabei, uns Roma zu vertreiben. Ich habe viele Interviews gegeben in Deutschland, auch bei der Asylbehörde, aber sie wurden ignoriert. Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft und uns muss eine Perspektive gegeben werden.“ (Suzana M.)
Der Vater von Djengjis M., Ali M., erlitt im Juni 2013 einen Herzinfarkt in der Nacht, nachdem sein Sohn am Vortag einen Termin bei der Ausländerbehörde hatte, bei dem seine Abschiebung thematisiert wurde. Er ist seitdem eingeschränkt leistungsfähig, ermüdet schnell und befindet sich in ständiger ärztlicher Beobachtung, um die Blutwerte zu kontrollieren, weil jederzeit die künstliche Herzklappe versagen kann, wenn er sich nicht schont. Ali M. ist sehr schwach und kann sich alleine nicht hinreichend um seine Frau kümmern. Im Januar 2014 wurde er erneut wegen Infarktverdacht stationär eingewiesenen. Seit Oktober 2014 nimmt er trotzdem täglich an einem EU – geförderten Deutschkurs in einer privaten Sprachschule teil.
„Wenn die Polizei bei uns in der Familie auftaucht um uns abzuschieben, besteht Lebensgefahr! Auch ich selbst musste hier schon unter anderem wegen einer kritischen Durchblutungsstörung des rechten Beines medizinisch versorgt werden und wäre fast gestorben.“ (Suzana M.)
Die Nichte von Djengjis M. besucht seit zwei Jahren die Regelschule. Ihr bislang erfolgreicher Schulbesuch und ihre altersgemäße Entwicklung würde durch eine Abschiebung massiv gestört werden, denn zum ersten Mal in ihrem Leben geht sie gern zur Schule, da sie nicht mit ständiger Diskriminierung konfrontiert ist. Es ist bei einer Abschiebung von einer Gefährdung des Kindeswohls der Nichte auszugehen.
„In Mazedonien habe ich viele Sachen erlebt, die ich eigentlich nie erleben sollte. In der Schule war ich immer alleine. Keiner und keine wollte sich mit mir befreunden. In der Schule habe ich ganz hinten gesessen und wenn ich zu spät gekommen bin, dann musste ich immer draußen bleiben und habe einen Schulverweis bekommen. Wenn ich auf der Straße gelaufen bin, dann schimpften die mazedonischen Leute immer ‚Die Scheiß-Roma!‘ und ‚Verpisst euch von hier!‘
Und Deutschland sagt auch:
‚Verpisst euch von hier!‘ Wohin sollen wir denn gehen? Unser Land will uns nicht und Deutschland auch überhaupt nicht. Abschiebestopp sofort! Es ist überhaupt nicht cool – Abschiebungen sind sehr schlimm und machen sehr viel Stress. Wir werden weiter kämpfen und das schaffen.“ (Nichte von Djengjis M.)
Söhret und Djengjis M. haben für ihre beiden älteren Kinder nach fast zwei Jahren in Deutschland Kindergartenplätze erkämpft. Seitdem hat Söhret nun endlich Zeit, neben der Versorgnung des jüngsten Kindes einen Deutschkurs in einem Frauenzentrum zu besuchen. Ihr Ziel ist es später in Erfurt eine Arbeit zu finden.
„Zum Beispiel kann ich es mir in Mazedonien nicht leisten, dass meine Kinder in den Kindergarten gehen, da ich für jedes Kind pro Monat 50 € bezahlen müsste. In Deutschland gehen meine beiden älteren Kinder jetzt in den Kindergarten. Seitdem besuche ich einen Deutschkurs, um die deutsche Sprache zu lernen. (…)
In Mazedonien habe ich für alle Leute in einem 5 stöckigen Haus geputzt, aber nur die Hälfte hat mir dafür auch etwas gezahlt. So habe ich im Monat nur 50 € verdient. Ich musste diese Reinigungsarbeit machen, weil ich als Romnja keine andere Arbeit finden konnte, obwohl ich einen Schulabschluss habe, der dem deutschen Realschulabschluss entspricht. Nach Deutschland bin ich gekommen um ein besseres Leben zu finden. Ich will hier Arbeiten und für meine Kinder ein besseres Leben haben. (…)
In Deutschland habe ich aber auch viel Stress und Angst. Jedes Mal, wenn es an der Tür klingelt, habe ich Angst, dass die Polizei kommt, um uns abzuschieben. Das macht mir sehr viel Stress aber auch meinen Kindern, weil sie merken, wie viel Angst ich habe.“
(Söhret M.)
Djengjis M. hat in den zwei Jahren, die er jetzt in Deutschland lebt, gelernt, Missstände nicht nur zu erkennen, sondern auch für seine Rechte zu kämpfen. Beim Leiter des Jugendamtes in Erfurt hat er daher vorgesprochen und Kindergartenplätze für seine Kinder eingefordert und schließlich auch bekommen.
„Zum Beispiel habe ich keine richtige Bildung genossen, nur weil ich Roma bin. Ich will nicht, dass meine Nichte und meine Kinder das gleiche Schicksal erleiden. Das ist der Hauptgrund, warum ich hierher gekommen bin. Und obwohl wir ohne Ende Probleme haben, würde ich gerne einen zweiten Grund für unsere Flucht erwähnen, der Gesundheit ist.
Als Roma werden wir in Mazedonien offensichtlich in Krankenhäusern diskriminiert. Meine Schwester ist im Alter von 21 Jahren plötzlich und grundlos im Krankenhaus gestorben. Wir wissen immer noch nicht warum. Deswegen ist meine Nichte bei uns.“ (Djengjis M.)
Außerdem ist er seit der ersten Roma-Vernetzungskonferenz in Erfurt am 08.06.2013 aktiver Teil der daraus entstandenen regelmäßigen Treffen in den Räumen von Radio F.R.E.I.. In diesen Treffen werden die Probleme und Interessen, insbesondere der in Thüringen untergebrachten Rom_nja aus mehreren Balkanstaaten, thematisiert. Djengjis M. spielt hierbei eine wichtige Rolle. Er ist beteiligt gewesen bei der Kontaktaufnahme zu den Mitarbeiter_innen des Radios, bei der Vorbereitung und Umsetzung der regelmäßigen Treffen, sowie bei der Einladung von Roma aus ganz Thüringen. Darüber hinaus organisiert er gemeinsam mit Anderen kulturelle und politische Veranstaltungen wie Roma Partys oder Demonstrationen gegen Abschiebung in Erfurt. Auch ein Besuch von Roma und deutschen Unterstützer_innen in der Gedenkstätte in Buchenwald wurde von ihm in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Buchenwald geplant und durchgeführt. Seit Nov. 2014 nimmt Djengjis an einem Integrationskurs teil, den er selbst zahlt, da die Ausländerbehörde die Zulassung verweigert.
„Ich will zusammen mit meiner Familie in Deutschland bleiben und nicht zurück nach Mazedonien gehen. Wenn wir Probleme haben oder keine Arbeit, dann bekommen wir hier zumindest Hilfe/Unterstützung, in Mazedonien nicht. Wenn wir jetzt abgeschoben würden, bekommen wir 2 Jahre gar keine Sozialhilfe und keine Krankenversicherung in Mazedonien. Auch wäre es viel schwerer Arbeit zu finden. Das hieße dann, dass wir den Arzt nicht bezahlen können, wenn die Kinder krank werden und die Kinder nicht behandelt würden.“ (Söhret M.)
„Ich bin Schneider und ich bin ein guter Schneider. Ich will hier arbeiten und weiter leben. Es gibt keine Arbeitsplätze für uns Roma in Mazedonien. Warum hätte ich da bleiben sollen, nur weil ich da geboren bin?“ (Djengjis M.)
Unter diesen Links kann der Text in verschiedenen Versionen herunter geladen werden:
Vielsprachig: Wir – die Familie Memedovich – gehören zusammen – und nach Erfurt!
Türkisch: Biz bütün Memedovich Ailesi olarak Erfurt`tayız!
Serbisch: Mi – porodica Memedović – treba da živemo zajedno i u Erfurtu!
Russisch: Мы, семья Мемедович, должны остаться вместе и в Эрфурте!
Englisch: We, the Memedovich familiy, belong together and to Erfurt!
Deutsch: Wir – die Familie Memedovich – gehören zusammen – und nach Erfurt!
Französisch: Que la famille Memedovich reste unie et à Erfurt!

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